Exkursion der 10. Klassen in den Nationalpark Berchtesgaden im Rahmen der Klimawoche

Das Klima in Deutschland und insbesondere im Alpenraum – unserer Heimat – ändert sich schnell, doppelt so schnell als im globalen Durchschnitt. Bei einem Anstieg von bislang rund 3°C stellt sich daher die Frage, welche Folgen bereits zu beobachten sind.

Also hieß es am 2.7 (10c/d) und 3.7 (10a/b) raus in die Natur zur Nationalparkinfostelle am Hintersee und auf eine rund dreieinhalbstündige Führung durch den Nationalpark. Als Vorbereitung auf die Exkursion hatten wir uns im Unterricht eine Dokumentation über den Nationalpark Harz angesehen, in dem die Trockenheit und der Borkenkäfer zum nahezu kompletten Absterben der alten Fichtenmonokulturen geführt haben. Ein Bild des Schreckens, auch wenn unter all den toten Bäumen ein neuer Mischwald allmählich nachwächst.

Glücklicherweise weist der Nationalpark Berchtesgaden aber viel mehr Mischwald auf als der Harz und unser Landkreis war auch einer von nur zwei in Bayern, die in den trockenen letzten Jahren keine Dürre aushalten mussten. Unsere Wälder sind also in relativ gutem Zustand, auch wenn der Borkenkäfer durchaus unterwegs ist. Schlimmer als der Borkenkäfer wüten aber bei uns im Landkreis die Extremwetterereignisse wie Sturm und Starkregen. So gibt es auch im Nationalpark Schneisen der Verwüstung, glücklicherweise aber nur lokal und in begrenztem Umfang.

Weit aus dramatischer gestaltet sich die Situation der Gletscher. Der Watzmanngletscher – so man ihn noch als solchen bezeichnen will – wird bereits vor 2030 verschwunden sein und auch die kläglichen Reste des Blaueisgletschers vor 2040. Beide bewegen sich kaum noch und sind damit eigentlich keine aktiven Gletscher mehr, sondern ähneln Toteisfeldern. Die Zeit des Eises bei uns in den Berchtesgadener Alpen ist definitiv bald Geschichte!

Trotz der unvermeidlichen Veränderungen, mit denen wir lernen müssen umzugehen, verbleibt aber für unsere Schüler der positive Gesamteindruck, dass es unseren Wäldern noch ziemlich gut geht und auch die Erkenntnis, dass die Exkursion in Kooperation mit dem Nationalpark ein voller Erfolg war. Denn manche Dinge kann man zwar in der Theorie verstehen, aber in der Realität sind die Eindrücke doch viel prägender und nachhaltiger. Daher planen wir diese Exkursionen auch in den nächsten Jahren durchzuführen.

Ein besonderer Dank gilt noch dem Förderverein, der die Kosten für die Busfahrten übernommen hat.

Für die Fachschaft Geographie (Fotos und Text: StD Spielbauer)

Orientierung ist wichtig!
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