Stadtführung Bad Reichenhall

Auf den Spuren des Dritten Reiches in Bad Reichenhall

Bericht über die Stadtführung „Bad Reichenhall im Dritten Reich“ am 24. März 2023



Am Freitag, den 24. März, war für unsere Klasse eine historische Stadtführung geplant, in der wir etwas über Bad Reichenhall zur Zeit des Dritten Reichs erfahren sollten. Nach der Pause trafen wir uns im Klassenzimmer und gingen dann gemeinsam auf den Pausenhof, wo wir einen älteren Herren, Herrn Dirscherl, trafen, der sich als unser Stadtführer herausstellte. Wir erfuhren, dass unsere Schule mal von einer Gruppe Mönche geleitet wurde, deswegen war es nur Jungs erlaubt, sie zu besuchen, dies änderte sich allerdings zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Da sich die Klosterbrüder weigerten die nationalsozialistischen Erziehungsmethoden umzusetzen, wurde ihnen verboten, das Karlsgymnasium zu leiten. Danach gingen wir zum Axelmannstein, dem Grand Hotel am Anfang von Bad Reichenhalls Fußgängerzone. Das heute baufällige Gebäude gehörte einst zu den zehn besten Hotels ganz Deutschlands und wurde während des Zweiten Weltkriegs als Lazarett verwendet. Auch diente es als Zufluchtsort für Schulklassen aus durch Bombenangriffe gefährdete Städte Deutschlands, die sich einige Tage von den Bombenangriffen und dem restlichen Kriegsgeschehen erholen wollten. Im Anschluss gingen wir zum sogenannten ,,Atlas-Brunnen”, welcher ein Geschenk von Mussolini, dem Diktator Italiens, an Adolf Hitler war. Einst stand dieser Brunnen auf dem Obersalzberg, doch heute steht er im königlichen Kurgarten und ist der einzige Solebrunnen in Reichenhalls Innenstadt. Im Anschluss gingen wir zum Ortenaupark, dieser ist nach einem jüdischen Lungenarzt, Professor Ortenau, benannt, da sein Haus am Ende des Parks gestanden hatte. Professor Ortenau war ziemlich beliebt beim Volk, denn er ließ die reichen Leute bezahlen und war gütig den Armen gegenüber. Zur „Reichskristallnacht“ 1938 ordneten die Nazis an, auch Professor Ortenaus Fenster einzuwerfen, doch durch seine Beliebtheit beim Volk bekam er viel Unterstützung beim Wiederaufbau seiner Existenz. Es ging weiter Richtung Stadtmitte und beim Edeka angekommen erklärte uns unser Stadtführer, dass im heutigen Edeka früher ein politischer Versammlungssaal war, in dem es einst (in der Endphase der Weimarer Republik) eine große Schlägerei gegeben hatte, da die anderen Parteien, zum Beispiel die Kommunisten, eine Besprechung der NSDAP sabotieren wollten. Als vorletzte Station sahen wir uns die Einschlagsstellen des Bombenangriffs auf Bad Reichenhall 1945 an, diese sind noch gut an den Mauern der Einfahrt zur alten Saline zu sehen. Die Stadt blieb lange von Bombenangriffen verschont, der einzige geschah fünf Tage vor Kriegsende. Es gibt noch ein weiteres Denkmal, welches an den Bombenangriff erinnern soll, es steht vor der St. Nikolaus – Bücherei und stellt einen Menschenkörper dar, der aus Rosensträuchern aus Metall besteht. Den Kopf des Menschen bildet ein Überrest einer explodierten Bombe, die auf Reichenhall gefallen war. Als letztes ging es noch kurz in die St. Nikolauskirche, damit wir ein Gemälde von der Mutter Maria sehen konnten, dieses ist besonders, da es bei der Bombardierung unversehrt zwischen Schutt und Asche stand und nur ein bisschen mit Staub bedeckt war. Dann ging es schon wieder zurück zur Schule.

Autorin: Lucia Reinhard