Ein Besuch in der Moschee: Schüler erleben interreligiösen Austausch hautnah

Für viele Schüler war es das erste Mal, dass sie eine Moschee betraten. Die Aufregung war spürbar, als sie am Eingang ihre Schuhe auszogen und gespannt auf dem weichen Teppich Platz nahmen.
 
Der Imam Agis Ismael begrüßte die jungen Besucher herzlich und begann, eine Sure aus dem Koran auf Arabisch vorzutragen. Es handelte sich um die Geschichte von Moses, einem der bedeutendsten Propheten, der sowohl im Islam als auch im Judentum und Christentum eine zentrale Rolle spielt. Nach der arabischen Lesung folgte die Übersetzung, um den Schülern die Botschaft zugänglich zu machen.
 
In seiner Ansprache hob der Imam die vielen Gemeinsamkeiten zwischen den großen monotheistischen Religionen hervor. Er erläuterte, dass Christentum, Islam und Judentum als Offenbarungsreligionen tiefe historische und spirituelle Verbindungen teilen und viele der gleichen Propheten verehren. Diese Einsichten regten die Schüler zum Nachdenken an und förderten das Verständnis für interreligiöse Dialoge.
 
Ein Religionslehrer übernahm dann die Führung durch den Gebetsraum. Er erklärte die Bedeutung des Gebetsmantels und der Gebetsperlen und führte die Schüler in die Rituale des muslimischen Gebets ein. Dabei wiederholte er die fünf Säulen des Islam – Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Almosen und Pilgerfahrt – und gab den Schülern die Möglichkeit, ihr im Unterricht erworbenes Wissen zu präsentieren.
 
Besonders spannend wurde es, als die Schüler Fragen stellen durften. Die Gastgeber beantworteten geduldig jede Frage und schafften so eine offene und freundliche Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlten.
 
Zum Abschluss des Besuchs erhielten die Schüler eine kleine Wegzehrung, die sie mit auf den Weg nahmen – eine Geste der Gastfreundschaft, die den lehrreichen und eindrucksvollen Tag abrundete.
 
Dieser Ausflug bot den Schülern nicht nur einen Einblick in eine andere Religion, sondern förderte auch das Verständnis und den Respekt für unterschiedliche Glaubensrichtungen.
 
(Fotos und Text: StRin Antonie Heil)