Die Insekten sterben aus..... - und wir?

Vortrag von Herrn Dr. Segerer

 

Wissenschaftsherbst

 

Für unseren diesjährigen Vortrag zum Wissenschaftsherbst konnte mit Herrn Dr. Segerer, Oberkonservator an der Zoologischen Staatssammlung in München, einer der führenden Insektenforscher Deutschlands gewonnen werden. Sein Thema ist an Brisanz und Aktualität kaum zu übertreffen.

 

  

Alle Eltern, Schülerinnen und Schüler sind zum Vortrag herzlich eingeladen, Gäste sind ebenfalls herzlich willkommen. Der Vortrag ist schulische Pflicht­ver­anstaltung für die Schüler/innen der Biologie-Kurse der Q12, für die gesamte Q11 und alle 10. Klassen.

 

 

 

Vorankündigung:

Wissenschaftsherbst

Die Erde steht am Rand einer ökologischen Katastrophe von erdgeschichtlichem Ausmaß, gegen die selbst der Klimawandel verblasst. Längst ist das sechste große Massenaussterben der letzten 550 Millionen Jahre in Gang gekommen - diesmal nicht ausgelöst durch einen Killerasteroiden oder Supervulkan, sondern durch menschliche Aktivitäten. Einer der bestürzenden Belege dafür ist das „Insektensterben“. Obwohl diese Tiere gemeinhin als zäh und stresstolerant gelten, verschwinden sie in nie gekanntem Ausmaß aus unserer Landschaft. Dies fällt inzwischen auch Laien auf und selbst Naturschutzgebiete sind massiv betroffen. Artenzahlen und Häufigkeiten nehmen in weiten Teilen der Welt mit zunehmender Geschwindigkeit ab. Bei weiterem Fortgang dieser Entwicklung sind gravierende Folgen bis hin zum Kollaps ganzer Ökosysteme absehbar. Das alles ist kein Wunder angesichts von gravierenden Fehlkonstruktionen in den geltenden Natur- und Artenschutzgesetzen, die unsere Natur zwar effektiv vor Kindern, Biologielehrern und Forschern schützen, nicht aber vor denjenigen, die sie großflächig ausbeuten und zerstören.

Der Vortrag zeigt die Situation schwerpunktmäßig am Beispiel der Schmetterlinge in Bayern auf und belegt die vielfältigen Ursachen ihres dramatischen Rückgangs, die sich jedoch auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen: schwerwiegendes ökonomisches und politisches Fehlverhalten, das teilweise schon vor über 150 Jahren beschrieben wurde, aber bis heute ungebrochen ist.

Artensterben lässt sich mit Beginn der industriellen und der Agrarrevolution verorten und geht in Mitteleuropa vorwiegend auf das Konto tiefgreifender Veränderungen, die die alte Kulturlandschaft in den vergangenen ca. 200 Jahren erfahren musste. Die entscheidenden Triebkräfte sind schon lange bekannt und können bis heute wirken - es geht um Umsätze in Milliardenhöhe. Somit wird auch die Politik zu einem der Kardinalfaktoren des Artensterbens. Eine grundlegende Verbesserung der Situation ist wohl nur durch einen systemischen Werte- und Wirtschaftswandel zu erreichen, aber auch jeder Einzelne kann durchaus sinnvolle wichtige Beiträge dazu liefern.

(Herr Dr. Segerer, Oberkonservator an der Zoologischen Staatssammlung in München)