Fortsetzung der Lehrgrabung an einer römischen Villa in Pfongau 2018

Fortsetzung der Lehrgrabung an einer römischen Villa in Pfongau 2018

Auch dieses Jahr durften Schüler des Karlsgymnasiums an der Lehrgrabung der Universität Salzburg in der Nähe von Neumarkt am Wallersee teilnehmen. Mit dem Ausgraben der Reste eines Wohngebäudes des 2. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. im Jahr 2017 wurde der noch erhaltene Bestand in Mörtelbautechnik errichteter Steingebäude des römerzeitlichen Guthofes von Pfongau untersucht. Die diesjährigen Grabungen konzentrierten sich auf die nicht durch Gebäude verbauten Innnenfläche des Wirtschaftsareals der Gutshofanlage. In diesem Bereich wurden neben Gräben von Einfriedungen in der Hoffläche zahlreiche Grubenanlagen aufgedeckt, die der Entsorgung dienten. Darin oftmals gefundene Bruchstücke römischen Tafelgeschirrs, der sogenannten Terra Sigillata, bestätigen ihre antike Nutzung. Am westlichen Rand der Gutshofanlage wurde eine Grube untersucht, die mit Hilfe der Funde in die Spätantike (4. Jh. n. Chr.) datiert werden konnte. Dieser Befund gibt erstmals in Pfongau Einblick in die späteste Phase der römerzeitlichen Besiedelung. Neben Keramik dieser Zeitstellung und einem typischen spätrömischen Eisenmesser wurden auch zerschlagene Bruchstücke einer Säulenbasis aus Kalkstein gefunden. Architekturteile dieser Art gehörten wohl zur Ausstattung der repräsentativen Bauten (Hauptwohngebäude oder Badeanlage) des Gutshofes aus dem 2. und 3. Jh. n. Chr.. Möglicherweise wurden diese Bauten in der Spätantike umgebaut oder nicht mehr genutzt. Zu all diesen Erkenntnissen, die im Laufe der weiteren Grabung noch validiert werden müssen, haben die Schüler vom Karlsgymnasium durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre schnelle Auffassungsgabe bei für sie völlig neuen Arbeitsprozessen nicht unwesentlich beigetragen. Einige der oben beschriebenen Fundstücke wurden nur durch ihre genaue Beobachtungen des in den Gruben verfüllten Materials entdeckt.