Ein Erfahrungsbericht zum Betriebspratikum

 

Meine Betriebspraktika

 

„...Mit großem Interesse habe ich im Internet Ihr Angebot gelesen und möchte mich bei Ihnen um einen Platz für ein Schülerpraktikum bewerben..."
So oder so ähnlich begannen wohl die meisten der Bewerbungsschreiben, die ein Großteil der Neuntklässler Ende des letzten Schuljahres im Rahmen des Betriebspraktikums an verschiedene Unternehmen verfasste.
Dieses Praktikum ist bereits seit Jahren fester Bestandteil am Karlsgymnasium. Es bietet den Schülern der neunten Klasse die Möglichkeit, einen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt zu gewinnen.
Doch weshalb sollte man sich die Mühe machen, sich erst irgendwo zu bewerben und dann auch noch während des Praktikums länger zu arbeiten als in der Schule?
Ganz einfach - die Erfahrungen, die man dabei sammeln kann, sind von sehr großem Wert und eine Investition in die eigene Zukunft. Und diese Investition so früh wie möglich zu machen, das ist seit dem G8, das einem ein Jahr weniger Zeit lässt seinen Beruf zu finden, nochmals wichtiger geworden.
Mein eigenes Praktikum zum Beispiel sah in etwa so aus:
Bereits einige Monate vorher fing ich an, mich nach einem Platz für dieses umzusehen.
Mein journalistisches Interesse führte mich als erstes auf die Homepage des Bayerischen Rundfunks. Dort erfuhr ich von einem Praktikum, das am Anfang der Sommerferien, und auch nur in diesem Zeitraum, stattfinden sollte. Trotz dieses für mein Schulpraktikum unpassenden Zeitraums bewarb ich mich beim BR und wurde zusammen mit 15 anderen Schülern aus ganz Bayern genommen.
Somit hatte ich jetzt ein zusätzliches Angebot Anfang August, aber noch keines für das Schulpraktikum Ende Juli.
Deshalb entschied ich mich, für letzteres eine Woche in der Klinik für Berufskrankheiten in Bad Reichenhall zu verbringen.
Dieser Einblick in die Berufswelt war sehr interessant; es machte auch nichts, dass ich selbstverständlich wenig Ahnung von all der in der Klinik zum Einsatz gebrachten Medizin hatte. Beim Physiotherapeuten lernte ich etwas über die Anatomie des Körpers, in der dermatologischen Abteilung durfte ich beim Behandeln der hautkranken Patienten mithelfen. Hierbei war der Allergietest, den wir an einem Patienten durchführten, der ansprechendste Teil. Auch im Labor wurden mir alle Handgriffe erklärt, von der Urinprobe bis hin zur Blutuntersuchung.
Beim Praktikum im Bayerischen Rundfunk eine Woche später herrschte eine ganz andere Atmosphäre: in den riesigen Gebäudeteilen war überall größte Ruhe; man konnte die Ernsthaftigkeit des Journalismus spüren.
Ich wurde dem Nachrichtensender B 5 aktuell zugeteilt und gewann höchst interessante Einblicke in den Nachrichtenjournalismus beim Radio. Ich lernte die Grundsätze zum Schreiben von Nachrichten und durfte schließlich auch neben dem Nachrichtensprecher am Mikrofon stehen und seine Moderation ansehen und -hören.
In Kleingruppen machten wir Schüler außerdem nach einer Einführung durch die Ausbildungsredakteurin Aufnahmen in der Umgebung und befragten dazu die vorbeikommenden Leute zu bestimmten aktuellen oder auch ganz allgemeinen Themen. Natürlich werteten wir anschließend die Ergebnisse aus, was oftmals amüsant war.
Zum Abschluss fuhren wir zum Fernsehgelände des BR und sahen uns dort die verschiedenen Studios an. Wir wohnten auch einer Live-Sendung des „Mittagsmagazins" bei und sahen dabei den Moderatoren in die Karten.
Alles in allem war dieses Praktikum unvergesslich.

Rückblickend gesehen sind wohl alle Teilnehmer sehr zufrieden mit ihren Praktika.
Denn auch wenn einmal der ein oder andere Einblick in die Berufswelt nicht ganz so interessant war, so ist auch diese Tatsache allein schon Erfahrung genug.
Und wenn einem das Praktikum gefallen hat, ist dies natürlich umso besser, stellt es doch eine Option für die spätere Berufswahl dar.
Das alljährliche Betriebspraktikum am Karlsgymnasium ist somit eine wirklich gute Sache; ich kann nur allen Schülern empfehlen, daran teilzunehmen.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass bei jedem auch das Bewerbungsschreiben klappt. Doch keine Sorge - genau das Verfassen eines solchen ist Lehrplaninhalt in den Fächern Deutsch und Wirtschaft/Recht der neunten Klasse, es wird also alles geübt!