Austauschreise an den südlichen Stadtrand von Paris trotz „Plan Vigipirate“

Schülerinnen des Karlsgymnasiums erkunden die Ile-de-France

 

Frankreich 15

 

„Nous sommes Charlie“ sagten sich 12 Schülerinnen des Karlsgymnasiums Bad Reichenhall und fuhren mit ihren Lehrkräften Brigitte Janoschka und Günther Kessler für eine Woche an ihre Partnerschule in Frankreich, genauer gesagt nach Dourdan am südlichen Stadtrand von Paris. Es war das 7. Mal, dass eine Schülergruppe des Karlsgymnasiums ihre Austauschpartner am Collège Jeanne d'Arc besuchen konnte. Und doch war es dieses Mal nicht wie sonst. Nach den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo waren an allen öffentlichen Gebäuden und Kirchen im Großraum Paris Warnhinweise angebracht. „Sensible Punkte“ wie die Synagoge in Paris oder öffentliche Plätze waren von jeweils drei Polizisten mit Maschinenpistolen im Anschlag bewacht. Die Bibliothèque Mitterrand und der Innenhof des Invalidendoms zum Beispiel konnten erst nach längerer Wartezeit und entsprechender Kontrolle betreten werden, weshalb die Gruppe dieses Mal aus Zeitmangel darauf verzichtete. Das Parken in der Straße des Collège war aus Sicherheitsgründen komplett verboten. Dies beruht auf dem „Plan Vigipirate“ der Regierung. Zugleich waren alle Schulausflüge, sowohl innerhalb als auch außerhalb Frankreichs, verboten. Wären also die französischen Austauschpartner – wie in den vergangenen Jahren auch – schon im Februar ans Karlsgymnasium gekommen, wäre das Zusammentreffen ein Wunschtraum geblieben.

 

Glücklicherweise waren die Termine dieses Jahr zum ersten Mal getauscht worden.

So konnte die Gruppe des Karlsgymnasiums die französische Lebensart in den Familien sowie das ganz andere Schulsystem schon kurz vor den Faschingsferien kennenlernen. Nach dem Empfang durch die Schulleitung wurden die Schülerinnen von ihren Austauschpartnern in Gruppen durch das Schulgebäude geführt, damit sie sich mit den Räumlichkeiten vertraut machen konnten. Anschließend lernten sie mit ihren Austauschpartnern Französisch, Englisch und Mathematik und waren über die Unterschiede in den Unterrichtsmethoden erstaunt. Das Mittagessen wurde in der Schulkantine eingenommen, und nachmittags arbeitete die deutsche Gruppe mit ihren Partnern an der Darstellung einer französischen Fabel und einem deutschen Märchen sowie daran, verschiedene Redewendungen in der jeweils anderen Sprache in bewegte Bilder umzusetzen. Die Kathedrale in Chartres, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, war ebenso ein Ausflugsziel, wie der Eiffelturm, der Triumpfbogen und die Champs Elysées in Paris. Überall gab es Eiffelturm-Souvenirs in allen Farben – und so wurden sie in allen Größen für die Dameimgebliebenen gekauft. Die Händler hats gefreut.

Mit den Familien ihrer Austauschpartner unternahmen die begeisterten Schülerinnen Ausflüge in die Umgebung oder in andere Stadtteile von Paris, wie zum Beispiel zum Montmartre oder zur Kathedrale Notre Dame. Und so waren am Ende einer viel zu kurzen Woche neue Freundschaften geknüpft, die Sprachkenntnisse erweitert und die Bilder im Französischbuch mit persönlichen Erfahrungen angereichert worden.

Vor den Osterferien dürfen dann die französischen Austauschpartner das Berchtesgadener- und Salzburgerland kennenlernen. Der Abschied war also noch nicht endgültig! Was für ein Glück!

 

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