W'XV – Weimar 2015

Weimar 2015

 

„Weimar war gerade nur dadurch interessant, dass nirgends ein Zentrum war. Es lebten bedeutende Menschen hier, die sich nicht miteinander vertrugen. Das war das Belebendste aller Verhältnisse, regte an und erhielt jedem seine Freiheit“ (Goethe).

 

200 Jahre später brach Frau Remys Deutschkurs auf, um der Richtigkeit dieser Beschreibung selbst nachzugehen. Nachdem wir die Bibliothek der Herzogin Anna Amalia besichtigt hatten, durfte sich die 17-köpfige Schülergruppe selbstständig umschauen und versammelte sich hierfür am Theaterplatz, wo wir viele kontaktfreudige Weimarer kennenlernten. Obwohl aufgrund der Semesterferien keine Studenten vorzufinden waren, trafen wir eine überwältigende Anzahl an jungen, offenen Menschen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden. Nach einem vermeintlichen Zentrum suchten wir selbstverständlich auch und stießen dabei auf den Theaterplatz, wo man von der „Goethe-Schiller-Statue“ aus gemütlich Skate-Contests und Tango-Tanzgruppen beobachten konnte. Insofern hat Weimar, in unseren Augen, doch ein durchaus attraktives und auf den ersten Blick harmonisch wirkendes Stadtzentrum entwickelt.

 

Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass diese so außergewöhnlich lebendige Stadt abgesehen von einigen gemütlichen Bars (wie z.B. der Milchbar und des C-Kellers) keine Möglichkeit zum Feiern bietet. Stattdessen waren wir umso begeisterter von dem eigentlichen Programm. Dies beinhaltete Besichtigungen des Goethenational- und des Schlossmuseums, der Wohnhäuser der beiden Dichterfürsten, des im Park an der Ilm gelegenen Gartenhauses Goethes und der römischen Villa sowie Spaziergänge durch die Stadt, zur Herder-Kirche mit ihrem Cranach-Altar, an der Bauhaus-Universität mit ihrer einzigartigen Architektur vorbei bis zum historischen Friedhof. Auch das Konzentrationslager Buchenwald stand auf unserer Programmliste, eine Schattenseite der Weimarer Vergangenheit wie auch das in nationalsozialistischer Architektur errichtete Gauforum. Besonders unsere Guides waren außergewöhnlich informativ und unterhaltsam. Abgesehen davon erklärten uns auch Herr Standl, Frau Remy und Heinz Dietrich, ihr Mann, vieles zur Architektur und Vergangenheit der Stadt sowie zu ihrer Rolle in der Literaturgeschichte.

 

Alles in allem war dies eine Reise, in der unser ganzer Deutschkurs zusammengewachsen ist, und auf die wir gerne zurückblicken werden. Danke!

 

Larissa Bertram, Q12