Q11 zu Gast im Landestheater Salzburg

Faust I

 

Die Exkursion der Q11 zum Landestheater Salzburg zur Vorführung des Faust I fing vielversprechend an: Wir durften im Marionettentheater nebenan Platz nehmen, wo uns eine Dramaturgin noch einmal die Kernaussage von Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil und relevante, inhaltsreiche Szenen des Stücks in Erinnerung rief sowie uns schon vorab einige Details speziell zu dieser Inszenierung am Landestheater verriet. Später dann, als die Vorstellung begann, blickte das fast nur aus Schülern und Lehrern bestehende Publikum gespannt auf die Bühne des Theatersaals, um eine wahrhaft faszinierende Darbietung mitzuerleben.

Generell war es eine modern-provokante, jedoch den wesentlichen Charakter des Originalwerks beibehaltende, ambitionierte, durchdacht komponierte Aufführung des Ensembles, in der der Herr (= Gott) durch eine Schauspielerin dargestellt wurde, eine Imperfektion des Bühnenwerks ausgelöst durch sämtliche Widersprüche der Inszenierung vorlag und mit der es gelang, das exzentrische Geschehen direkt auf die Zuseher überspringen zu lassen. Dabei stach nicht nur das hervorragende Potenzial der Schauspieler hervor, sondern auch die äußere Gestaltung: Der ständige, schnell vonstattengehende Szenenwechsel mithilfe aufwendiger Lichteffekte, kleiner Akzente in der Kulisse und einer sich drehenden Bühne garantierte Spannung und die Aufmerksamkeit des Publikums. Zudem bot das Schauspiel eine breit gefächerte Garderobe auf, die mit Mephistos schwarzem Hemd mit lasziv tiefem V-Ausschnitt in der Szene Prolog im Himmel begann, in einem roten Metallic-Jackett eben diesem während der Schließung des Paktes zwischen dem stets Verneinenden und Heinrich Faust ihren Höhepunkt fand und mit doch sehr aufreizend gekleideten Hexen der Szene Walpurgisnacht endete. Zusätzlich nicht zu übersehen war das künstlerische, raffinierte Abweichen des Regisseurs vom Originaldrehbuch, wodurch sich die Epochen Aufklärung, Sturm und Drang und Klassik mit der Moderne vereinten.

Alles in allem war es ein gelungener Schulausflug, der noch für Gesprächsstoff sorgen und hoffentlich nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten wird.

 

Patricia Schöndorfer, Q 11